Stellungnahme des Vorstands zu dem bevorstehenden Fußballspiel der Bezirksliga 02 am 23.10.2026

In den letzten Tagen haben die Gespräche um das kommende Spiel und um den Spieler, der wegen Sexualdelikten verurteilt oder beschuldigt wird, uns als SCALA stark beschäftigt. Wir hören auf die Sorgen, Bedenken und verschiedenen Meinungen aller Beteiligten. Wir wissen, dass dieses Thema mehr als nur Sport ist und eine besondere Verantwortung für die Gesellschaft bedeutet.

 

Sexualisierte Gewalt muss in jeder Form klar verurteilt werden. Betroffene brauchen Schutz, Hilfe und ein offenes Ohr. Ihre Erlebnisse dürfen nicht abgemildert oder wegen Sportinteressen in den Hintergrund gedrängt werden. Das ist uns wichtig, dafür setzen wir uns ein. Wir wollen einen respektvollen Umgang und dass sexualisierte Gewalt im Sport, bei uns im Verein und in der Gesellschaft keinen Platz hat.

 

Wir sehen es als wichtig an, zwischen der generellen Verurteilung von Sexualdelikten und dem Umgang mit einem Verfahren, das noch nicht abschließend geklärt ist, zu unterscheiden. Solange das Verfahren nicht rechtskräftig beendet ist, müssen rechtsstaatliche Prinzipien beachtet werden. Das heißt aber nicht, dass wir mögliche Taten verharmlosen oder die Sicht der Betroffenen ignorieren.

 

Wir haben in den letzten Tagen alles versucht, eine Lösung zu finden, die unserer Verantwortung als Verein und den berechtigten Sicherheitsbedenken gerecht wird. Mit dem gegnerischen Verein konnten wir uns auf Bedingungen einigen, die es möglich machen das Spiel stattfinden zulassen. Diese Bedingungen sind für uns entscheidend. Wir spielen nur, wenn diese erfüllt sind. 

 

Diese Haltung ist das Ergebnis einer bewussten Abwägung. Wir wollen den sportlichen Wettbewerb ermöglichen, ohne die Sorgen um diesen Fall zu ignorieren oder unsere Verantwortung für einen sicheren und respektvollen Rahmen aufzugeben.

 

Wir glauben, dass Sport Menschen verbindet und auch in schwierigen Situationen einen konstruktiven Dialog ermöglichen kann. Dass die beiden Vereine Gespräche führen, zeigt, dass unterschiedliche Standpunkte nicht unbedingt zu einem unüberbrückbaren Konflikt führen müssen. Wichtig ist, einander zuzuhören, Sorgen ernst zu nehmen und gemeinsam nach verantwortungsvollen Lösungen zu suchen.

 

Es geht nicht nur um die Frage, ob ein einzelnes Spiel stattfindet. Der Fall lenkt die Augen auch auf grundlegende gesellschaftliche Fragen: Wie können Betroffene besser geschützt und unterstützt werden? Wie kann Prävention wirksam gestaltet werden? Und wie können Vereine ihrer Verantwortung gerecht werden, wenn sie mit solchen Fällen konfrontiert sind? Diese Fragen müssen offen, ernst und dauerhaft diskutiert werden nicht nur, wenn ein konkreter Konflikt in der Öffentlichkeit steht.

 

Wir wollen das Spiel ermöglichen, sofern unsere klaren Bedingungen erfüllt sind. Damit zeigen wir weder, dass wir sexualisierte Gewalt relativieren, noch dass wir die geäußerten Bedenken herunterspielen. Vielmehr zeigen wir, dass sportliche Verantwortung, das klare Eintreten gegen sexualisierte Gewalt und ein sachlicher, respektvoller Umgang miteinander vereinbar sind.

 

Unser Ziel ist es, Haltung zu zeigen, Verantwortung zu übernehmen und den Fußball als Ort des respektvollen Miteinanders zu bewahren. Dazu gehört für uns, Betroffene ernst zu nehmen, Sicherheit zu gewährleisten und auch bei unterschiedlichen Meinungen im Gespräch zu bleiben.

 

Wir stehen für einen Fußball, der Menschen verbindet, Grenzen respektiert und sexualisierte Gewalt entschieden entgegentritt.

 

Gez. Der Vorstand