In den vergangenen Tagen haben wir uns intensiv mit der Frage beschäftigt, unter welchen Voraussetzungen das bevorstehende Fußballspiel stattfinden kann. Immer wieder im direkten Austausch zu dem Gegner, haben wir uns dazu entschieden, die Begegnung unter den nun gegebenen Umständen nicht auszutragen.
Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen. Mit dem DSC Hanseat stehen wir bereits seit längerer Zeit im Austausch. Durch die vergangenen Begegnungen in unserer Liga kennen wir uns und wissen, dass im Fußball unterschiedliche Meinungen, Sichtweisen und Haltungen aufeinandertreffen können. Das gehört zum Sport dazu und ist grundsätzlich auch völlig in Ordnung. Unterschiedliche Auffassungen müssen kein Hindernis für einen respektvollen Umgang miteinander sein.
Gerade deshalb war es uns wichtig, miteinander im Gespräch zu bleiben und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Wir haben in den vergangenen Tagen viel Zeit und Engagement investiert, um die Austragung des Spiels unter verantwortungsvollen Bedingungen zu ermöglichen. Unsere Bereitschaft dazu war jedoch von Anfang an an eine klare Voraussetzung geknüpft. Wir wollten nur Antreten, wenn der betroffene Spieler nicht an der Begegnung teilnimmt.
Uns ist wichtig zu betonen, dass diese Entscheidung keine persönliche Abwertung des gesamten gegnerischen Vereins darstellt. Wir respektieren, dass dort möglicherweise eine andere Einschätzung der Situation vorliegt. Gleichzeitig müssen wir als Verein die Verantwortung für unsere eigene Haltung und unsere Entscheidungen übernehmen. Dazu gehört auch, Konsequenzen zu ziehen, wenn wir eine Situation nicht mit unseren Überzeugungen, Werten und den von uns gesetzten Rahmenbedingungen vereinbaren können.
Rückblickend hätten wir uns gewünscht, dass durch klare Rahmenbedingungen des Verbandes eine Lösung ermöglicht worden wäre, die allen Beteiligten mehr Sicherheit gegeben und möglicherweise auch den betreffenden Spieler vor einer aufgeheizten Situation geschützt hätte. Die Mannschaft würde sich wünsche, dass die Strafzahlung gegen sie entfällt und sie diese Summe stattdessen an ein Projekt zum Schutz vor sexualisierte Gewalt spenden könnten.
Wir bedauern, dass das Spiel nicht stattfinden wird. Unser Dank gilt allen, die sich in den vergangenen Tagen um eine Lösung bemüht haben, insbesondere unseren ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die bereits ihre Unterstützung für einen sicheren Spielablauf zugesagt hatten.
Der Vorstand

